Zum Abschluss des Jahres setzt es ein unrühmliches 0:3 beim 1. FC Köln. Novakovic trifft im Schneegestöber doppelt. Coach Oenning hofft auf die Rückrunde.
44.500 hardgesottene Anhänger sehen in Köln zwei Teams, die etwas gut zu machen haben. "Wir wollen unbedingt gewinnen", gibt Nürnberg-Kapitän Andreas Wolf als Marschroute aus. Und dementsprechend tritt die Elf des von vielen Medien bereits angezählten Trainers Michael Oenning auch auf.
Mit Marcel Risse im Mittelfeld kommt der Club bei schwierigen Bodenverhältnissen zumeist über die rechte Seite. Doch tonangebend sind die Hausherren. Novakovic (10., 14.) und Chihi (16.) lassen die besten Chancen aus.
Nürnberg harmlos
Nürnberg tut sich nach vorne schwer. Für die meiste Gefahr sorgt eine Kluge-Flanke, die der ansonsten sichere Mondragon nicht unter Kontrolle bringt. Bunjaku kommt aber zu spät.
Nach einer Chihi-Ecke ist es Geromel, der die "Geißböcke" per Kopf in Führung bringt (36.). Der Club kann nicht zulegen, zu ungenau ist das Spiel auf der widrigen Unterlage. Nach der Pause erkämpft sich Nürnberg zwar mehr Spielanteile, kommt aber zu keiner nennenswerten Tor-Chance.
Novakovic mit Köpfchen
Für die Entscheidung sorgt Kölns Novakovic. Mit einem Doppelpack (69., 77.) fixiert er den Endstand.
"Wir wollten heute einen würdigen Abschluss haben", erklärt Sturmpartner Lukas Podolski nach dem Schlusspfiff, "ich denke, das ist uns gelungen." Juri Judt sieht in der Schlussphase noch Gelb-Rot (84.).
Schwieriger Boden
Ein sichtlich gezeichneter Michael Oenning verschwand nach dem Schlusspfiff schnell in den Katakomben.
"Wir haben zwei Tore aus Standardsituationen bekommen", analysiert ein zerknirschter Oenning. "Grundsätzlich war es schwierig, heute auf diesen Bodenverhältnissen nach vorne zu spielen, insbesondere wenn man riskieren muss."
Fehlende Leidenschaft? Oenning: "Die Mannschaft hat es bis zum Ende versucht, Leidenschaft spreche ich ihr nicht ab. Ich glaube, dass uns die Pause jetzt gut tut. Wir haben noch eine komplette Rückrunde vor uns."
Schäfer stellt Trainer zur Diskussion
Die Vereinsverantwortlichen glaubt der Coach weiter hinter sich zu haben.
Präsident Franz Schäfer: "Wir sind in einer katastrophalen Lage. Das müssen wir analysieren und eventuell alles in Frage stellen. Wir brauchen neue Spieler. Aber der Kader ist zu groß, muss reduziert werden."
"Zehn bis zwölf unserer Spieler sind nicht bundesligatauglich. Wir haben nicht viel Zeit. Bei zwölf Punkten ist auch die Position des Trainers zu diskutieren."
Nürnberg überwintert mit 12 Zählern auf dem vorletzten Tabellenplatz.
1. FC Köln - 1. FC Nürnberg 3:0 (1:0)
1. FC Köln: Mondragon - Brecko, Geromel, Mohamad, Ehret (90. Wome) - Pezzoni (90. McKenna) - Petit - Chihi, Yalcin - Novakovic (90. Ishiaku), Podolski
1. FC Nürnberg: Stephan - Judt, Wolf, Pinola, Bieler - Risse, Kluge, Mintal (62. Gündogan), Frantz - Bunjaku, Boakye (62. Charisteas)
Tore: Geromel (37.), Novakovic (70., 77.)