Augsburg, die Zweite
Das zweite Ligaspiel der Nürnberger gegen Augsburg überhaupt, das zweite Spiel in der Rückrunde, kommt nach einer Niederlage von 0:2 gegen Dortmund, wie in der Hinrunde. Am zweiten Spieltag gewann man zuhause gegen die Schwaben mit 1:0. Zeit für eine Wiederholung?
Augsburgs Ankündigung, es werde eine Saison, die komplett im Zeichen des Abstiegskampfs stehen würde, gilt im Grunde ebenfalls für den Club. Nur, dass die Franken weiter in ihrer Entwicklung sind als Augsburg.
Auf der Suche nach Kontinuität
Mittlerweile hat Sportmanager Andreas Rettich seinen Abschied zum Saisonende angekündigt, hat Augsburg von Wolfsburg den Südkoreaner Ja-Cheol Koo und von Schalke den Tschechen Jan Moravek ausgeliehen. Nun gilt Wolfsburg bekanntermaßen als Durchgangsstation für Spieler, die in der Autostadt eine hochfrequente Testanlage von Felix Magath durchlaufen und wer nicht für gut befunden wurde, nimmt alles andere als ein Qualitätssiegel mit. Und Jan Moravek wurde von Schalke erst an Kaiserslautern ausgeliehen und dann zurückgeholt, ausgebremst von Verletzungen. Anscheinend soll also das Mittelfeld torgefährlicher werden. Die Schwaben wollen irgendwie in der ersten Liga bleiben, scheinen jedoch für den Ernstfall noch keinen Plan B zu haben.
Magerkost in Augsburg
Das Spiel der Augsburger verbessert sich zwar in kleinen Schritten, die Ergebnisse zeigen unter dem Strich jedoch eindeutig in Richtung zweite Liga. Erst im neunten Spiel konnte man den ersten Dreier einfahren, gegen ein zu der Zeit schwächelndes Mainz. Es folgte ein weiterer Sieg gegen Wolfsburg, in einer Phase, in der jeder gegen Wolfsburg gewinnen durfte und, man höre und staune, ein einszunull zuhause gegen Gladbach. Plus ein Achtungserfolg gegen die übermächtigen Bayern, mit einer moderaten 1:2 Niederlage, ebenfalls zuhause. Zwei der drei Siege wurden im eigenen Stadion eingefahren, dort, wo der Club am kommenden Sonntag spielt.
Wo steht der Club?
Zusätzlich zu dem Blick auf den Gegner hilft die Tabelle, um den Club zu verorten. Einzig Freiburg scheint nicht auf seinen Tabellenplatz, den letzten, zu passen. Darüber stehen Augsburg und Kaiserslautern, beide mit jeweils nur drei Siegen und einer ähnlich schlechten Torausbeute wie der 1. FCN. Dann folgt die Hertha, die im Moment nach unten durchgereicht wird, doch darauf sollte man sich angesichts der Leistung gegen Gladbach im Pokal nicht verlassen. Über dem Club stehen in der Tabelle Mainz und der HSV. Freiburg hat den Fight angenommen, genauso der HSV und, an guten Tagen, die Mainzer. Die Hertha wird folgen. Es bleiben also nicht viele Vereine übrig, die der 1. FCN in der aktuellen Verfassung beim Benchmarking hinter sich lassen kann.
B-Elf sogar weniger als “B”
Und da die Mannschaft seit Beginn der Saison vom Verletzungspech verfolgt wird, ist die zweite Garde um so wichtiger. Ausgerechnet die hat jedoch beim Testspiel gegen Unterhaching alles andere als eine gute Figur abgegeben, mit einem mageren 1:0 von Robert Mak in er 87. Minute. Hatte Dieter Hecking sich durchgehend seit Saisonbeginn vor seine Mannschaft gestellt, scheint ihm diesmal der Kragen geplatzt zu sein. Auch eine B-Elf sollte Erstliga-tauglich sein und selbst wenn mit Klose, Pinola und erstmals Balitsch Rekonvaleszenten auf dem Platz standen, geben Spiel und Ergebnis wenig Anlass zur Hoffnung, dass Hecking gegen Augsburg “aus dem Vollen” schöpfen kann. So bleibt kaum mehr als frommes Daumen drücken, dass der Club am Sonntag gegen Augsburg nicht ausrutscht. Es sei denn, man spielt die erste Halbzeit wie gegen Dortmund und die zweite wie gegen Hannover. Also einfach mal zwei Halbzeiten im Stück gegen den Abstieg.















