25.01.2012

Auswärts gegen die vorläufigen Könige des Unentschiedens

Vor einem Jahr war die Hängepartie bei der Vertragsverlängerung von Mirko Slomka ein Dauerbrenner in den Medien gewesen. Hannovers Hinrunde war die beste in der Vereinsgeschichte gewesen, in der Rückrunde spielte man bis zum vorletzten Spieltag sogar um die Champions League mit.

Jetzt, nach dem hart erarbeiteten Weiterkommen in der Europa League, scheint in der Liga ein klein wenig die Luft raus zu sein.

Vom Favoritenschreck zum Punkteteiler

In der Abschlusstabelle der letzten Saison standen die 96er zwei Plätze und 17 Punkte vor dem Club. Heute stehen beide Mannschaften nach der Halbzeit gerade einmal drei Zähler auseinander - und das nach einer durchwachsenen Hinrunde der Nürnberger. Hatte 96 den Dortmundern und Münchnern zuhause gezeigt, wo der Hammer hängt, so ist es mittlerweile vorbei mit der Herrlichkeit. Neun Unentschieden schlagen nach 18 Spieltagen zu Buche, davon fünf in Reihe in den letzten Spielen. Gegen Hamburg, Freiburg, Leverkusen, Kaiserslautern und Hoffenheim, Mannschaften, von denen man die ein oder andere noch vor einem halben Jahr kühl an die Wand gespielt hätte.

Hannovers Rückkehrer, Nürnbergs Demnächst-Rückkehrer

So wie in der Hinrunde den Club, im eigenen Stadion, als keine handvoll durchdachter Aktionen für einen 1:2 Sieg reichte. Schlaudraff und Pinto werden gegen Nürnberg wohl wieder mit von der Partie sein, ebenso Cherundolo, Pander und Schmiedebach, die zum Rückrundenstart wieder zurückgekehrt sind. Beim Club dürfte Chandler nach Ablauf der Rotsperre zwar wieder ran, kann jedoch wegen eines Muskelfaserrisses nicht, Klose steht noch auf der Kippe. Mit Hanno Balitsch und Javier Pinola rechnet Hecking nicht vor Ende Februar. Laut Hecking soll Markus Feulner, der gegen Leverkusen und Fürth rechts in der Viererkette eine gute Figur gemacht hatte, erneut dort spielen. Gut möglich, dass diese Position mit Feulners doch nicht ganz so breiten Schultern besser zu stemmen ist, als im zentralen Mittelfeld das Spiel zu machen.

Kontinuität auch bei den Friktionen

Bessere Vorzeichen also für die 96er, wieder zurück in die Spur zu finden. Auch scheint das Team trotz der sich häufenden Unentschieden die Doppelbelastung gut weggesteckt zu haben. Zuhause ist Hannover weiterhin eine Macht, auswärts eher weniger. Was der eher schwach ausgeprägten Heimstärke der Nürnberger jetzt entgegenkommen sollte. Nach Standards ist 96 nach wie vor brandgefährlich, die Mannschaft als Ganzes ohne große Neuzugänge mittlerweile eingespielt. In der Winterpause drängelte Slomka angesichts der dünnen Personaldecke auf Verstärkungen, Schmadtke indes eher weniger und es hagelte Absagen, was Präsident Martin Kind im Beisein der Boulevardpresse zu einer Reihe halboffizieller Anmerkungen anspornte, die, wie er später verlauten ließ, keinesfalls so gemeint gewesen seien. So ganz rund und ruhig läuft es an der Leine dann halt doch nicht.

Wieder so ein “Richtungsspiel”

Beide Mannschaften sind noch auf der Suche nach ihrer Form aus der Vor-Saison, der Club deutlich stärker als 96. Hatte man doch schon die Abstiegsplätze spürbar im Kreuz. Und da es schwer ist, diese Saison eine Richtung zu erkennen ob der vielen kleinen Rück- und Fortschritte, steht wieder einmal so ein “Richtungsspiel” ins Haus. Gut, dass man auswärts spielt, ein besserer Rahmen, einfach mal wieder so einen rauszuhauen wie es Alexander Esswein gegen die Hertha getan hatte.