Ein 0:2, das Mut macht
Am Ende war es der erwartete Sieg des BVB. Doch die Art und Weise, wie sich der Club verkauft hat, macht Mut.
Denn unter dem Strich hat es in dieser Saison eine ganze Reihe von Mannschaften gegeben, die deutlich schlechter gegen den amtierenden Meister ausgesehen haben. Nicht zuletzt, weil die Mannschaft diesmal spielerisch harmonierte und weil, wie es Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ausdrückte, “mein Kollege ein sehr schlauer Trainer ist.”
20 Minuten Dampf im Kessel
Vier Ecken in den ersten zehn Minuten zeigen, dass der Club sich zuhause nicht versteckt, sondern gegen den Meister etwas zählbares mitnehmen will. Mit Hlousek sind die Nürnberger Standards von der Eckfahne noch einmal ein Stück gefährlicher geworden, in den ersten Minuten brennt es im Dortmunder Strafraum lichterloh. Maroh hält in der 10. Minute nach einer Ecke einfach mal drauf, Weidenfeller lenkt den Schuss mit einem Ausfallschritt gerade noch zu einer weiteren Ecke. Anschließend klärt Kagawa einen Kopfball von Timmy Simons als letzter Mann auf der Linie. In der 18. Minute geht Pekhart allein auf Weidenfeller zu, der Winkel ist jedoch zu spitz und der Dortmunder Keeper pariert bravourös. Eine Minute später versucht es Pekhart erneut im Strafraum, zwei mal hintereinander, doch wieder landet der Ball nicht im Netz.
Nürnberg spielt variabel und sicher
Hecking lässt sein Team zwischen dem System der Hinrunde und dem neuerdings gespielten 4-4-2 wechseln, was in der ersten Hälfte gut anzuschauen ist. So stößt Dortmund bereits an der Mittellinie auf Widerstand, weil das eigene Mittelfeld vom Club beinahe in Manndeckung genommen wird. Zudem wird Hummels bereits früh im Aufbauspiel blockiert, weshalb die langen Pässe von Subotic kommen. Sind die Nürnberger am Ball, geht es, wie in dieser Saison leider bislang nicht allzu oft zu sehen, mit schnellen kurzen und sicheren Pässen in Richtung Strafraum, wo man sich jedoch nicht entscheidend freispielen kann. Hier sollen es die Standards richten, die in der Drangphase der Nürnberger von Dortmund jedoch allesamt abgewehrt werden.
Der BVB dreht auf
Ab der 20. Minute dann übernimmt nach und nach der BVB das Kommando. Bender ist zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselt, für ihn kommt Moritz Leitner ins Spiel. Lewandowski taucht in der 21. Minute frei vor Schäfer auf, der hält. Kurz darauf hätte Großkreutz Zeit, sich den Torwart auszugucken, doch der Ball streicht deutlich über das Tor. Die erste Hälfte geht mit einer Aktion von Kagawa zu Ende, der den Ball nach einem Zuspiel von aussen mit dem Außenrist ins Tor lenken will, doch wieder ist Schäfer mit einer tollen Parade sicher zur Stelle.
Paukenschlag in Hälfte zwei
Leitner ist es, der zu Beginn der zweiten Hälfte das 0:1 mit einem wunderbaren Pass auf Piszczek einleitet, wobei Hlousek befremdlicherweise nur zuschaut, statt den Pass abzufangen. Piszczek legt von der Grundlinie zurück in die Mitte und Kehl trifft zum 0:1. Dortmund hat das Spiel im Griff, ohne zu glänzen, der Club kommt kaum noch vor das gegnerische Tor, um Standards herauszuholen. Esswein kommt für Eigler, Chandler für Cohen. Doch außer eines wegen Abseits zurecht nicht gegebenen Tores von Lewandowski gibt es kaum Aufreger in der zweiten Hälfte. Lewandowski geht, Barios kommt und staubt nach eigener Vorarbeit in der 82. Minute zum Endstand von 0:2 ab. Die letzte Aktion des Spiels gehört wieder den Nürnbergern, als Feulner in der Nachspielzeit mit einer Direktabnahme durch Freund und Feind das Tor knapp verfehlt.
Weiter so, in jedem Spiel
Am Ende ist es die vierte Niederlage des Clubs gegen den BVB mit dem selben Resultat und die sechste hintereinander. “Der BVB ist das Maß aller Dinge”, hatte Hecking gesagt und doch waren die Franken keineswegs ohne Chancen. Mit einem frühen 1:0 hätte das Spiel einen anderen Verlauf genommen, wobei eine Erkenntnis über das Ergebnis hinweghilft: Wenn der Club weiter so spielt wie gerade in der ersten Hälfte, hat man das beste Rezept für den Verbleib in der ersten Liga.















