Prophet Hecking trifft ins Schwarze
Dieter Hecking hatte einen kurzen Blick in die Zukunft gewagt: “Kein fußballerischer Leckerbissen” würde die Zuschauer am Sonntag erwarten, so seine Worte wenige Tage vor dem Spiel gegen Augsburg. Dass jedoch solch kalorienarme Kost gereicht werden würde, hätten nicht einmal Zweck-Pessimisten erwartet.
Am Ende des Gastspiels, im Vorfeld für beide Teams als “Sechs-Punkte-Spiel” deklariert, stand ein torloses Unentschieden, welches sich wie ein “Minus-Null-zu-Null” anfühlte.
Nichts für’s Auge
Ein “Amuse-Gueule” oder, wie man heute sagt, ein “Amuse-Bouche”, also “Gaumenfreuden” aus der Küche, hat man beim 1. FCN in dieser Spielzeit von den Fußballköchen eher selten gereicht bekommen. Gaben die ersten 20 Minuten des Spiels gegen Dortmund berechtigte Hoffnung, der Club würde demnächst über das Spiel zum Kampf finden (umgekehrt funktioniert es ja nicht), so bedeutete das Unentschieden gegen den Mitkonkurrenten Augsburg gefühlt einen Schritt zurück. Vor dem Spiel trennten beide Mannschaften vier Punkte, vier Punkte waren es auch danach. Wieder ein Spiel weniger, in dem der Club gegen den Abstieg spielt. Doch auch wieder ein Spiel weniger, um sich vom Tabellenkeller abzusetzen.
Hecking rotiert
Dabei hatte unmittelbar am Tag zuvor für Nürnberger Verhältnisse der Haussegen schief gehangen. Im Nachgang des wenig schmeichelhaften 1:0 gegen Unterhaching unter der Woche, war Dieter Hecking ob der Einstellung einiger Spieler der Kragen geplatzt. Mit dem Ergebnis, dass Hegeler, Didavi und Esswein nicht in der Startelf standen. Was Torwart Schäfer als “wichtiges Zeichen für die Mannschaft” wertete, nämlich der unausgesprochene Hinweis, jeder sei ersetzbar, bedeutete auf dem Platz ein Stück weniger spielerische Qualität. Denn der Kader des 1. FCN hält nun einmal keine gleichwertige “B-Elf” bereit.
Das Rätsel Nürnberg
Seit zwei Spielen ohne Torerfolg und ohne Punkte, hat der Club in Augsburg zwar nichts falsch gemacht, doch irgendwie auch nicht alles richtig. Von den guten Ansätzen eine Woche zuvor gegen Dortmund war diesmal nichts zu sehen. Viele Ballverluste, kaum offensive Aktionen, wenig spielerische Elemente. Nicht verloren zu haben, ist noch das Beste, was von dem Spiel zu sagen wäre. “Das hatte mit Fußball nicht viel zu tun”, so Schäfer nach dem Spiel und man mag ihm zustimmen. “Ich verstehe die Mannschaft auch nicht”, war Heckings etwas ratloses Fazit nach dem Spiel und da geht es ihm kaum anders als dem geneigten Zuschauer. Nürnbergs Spiel ist diese Saison ein Rätsel.
Zum Spiel
Bei Augsburg rückt Neuzugang Koo für Ndjeng in die Startelf, für Eigler, Didavi und Hegeler spielen Chandler, Bunjaku und Frantz von Beginn an. Dass auch in Bundesligastadien bei diesen Wetterbedingungen schwierige Platzverhältnisse herrschen und nicht nur bei Viertligisten, war deutlich zu sehen. Gut, dass Jürgen Klopp das nicht gesehen hat.
Erste Halbzeit
Werner schießt in der 10. Minute auf Schäfers Tor. Timmy Simons blockt in der 28. ein gefährliches Zuspiel auf Hosogai ab. Jede Menge Fehlpässe. Augsburg ist besser. Pause. Hegeler ersetzt Pekhart, später kommt Esswein für Bunjaku und Eigler für Frantz.
Zweite Halbzeit
Chandler schießt in der 48. zum ersten Mal in der Partie für den Club wenigstens in Richtung Tor, Cohen in der 61. ebenfalls, allerdings auf die Tribüne. Esswein zieht in der 76. freistehend vor dem Tor knapp am linken Pfosten vorbei, auf der anderen Seite in der 77. eine Aktion von Hosogai. In der zweiten Hälfte ist Nürnberg besser. Chandler probiert es noch einmal in der 82., dann rettet Jentzsch in der Schlussphase vor Esswein. Im Gegenzug lenkt Schäfer einen Schuss gerade noch an die Latte. Schluss. In der Zusammenfassung aller Highlights des Spieltages der mit Abstand kürzeste Beitrag.
Geteilte Meinungen über die Punkteteilung
Drei Spiele hintereinander ohne Torerfolg, dafür seit 1976 gegen den FC Augsburg ohne Niederlage. Am Ende waren alle mit der Punkteteilung gleichermaßen zufrieden und doch nicht ganz glücklich. Während Schäfer immerhin dem Fußballgott für den Punkt dankte, hätte Hecking gerne drei davon mitgenommen und merkte abschließend an: “Wir müssen uns steigern, wenn wir nicht absteigen wollen.”





















