Wenig Winter, wenig Pause
So sehr der Club die Winterpause herbeigesehnt hatte, so kurz dürfte die Auszeit gewesen sein. Zumal die Pause weniger Linderung der Probleme gebracht haben dürfte als erhofft.
Genau so fühlt es sich an, wenn man angeschlagen mit einer mittelschweren Erkältung ins Wochenende geht und am Montag eigentlich noch einen weiteren Tag braucht, um wieder auf die Beine zu kommen. Bleibt zu hoffen, dass das Team genug Kraft getankt hat, um dort weiter zu machen, wo man gegen Leverkusen aufgehört hat.
Passable Vorbereitung
Zwischen dem letzten Spiel (auswärts, Leverkusen) und dem nächsten (zuhause, Hertha) liegen diverse Festtage, Testspiele, Wechselgerüchte, Neuzugänge und - Verletzungen. Eine Niederlage gegen Gladbach, ein Sieg gegen die Niederländer von De Graafschap und am Ende ein 5:0 gegen den Erstligisten FC Costuleni aus … Moldawien. “Wir haben sehr gut gearbeitet”, sagt Dieter Hecking, “mit den Spielern, mit denen man arbeiten konnte.”
Nachschlag in der Winterpause
Und die waren wieder bunt gemischt. Neu dabei: Adam Hlousek von Slavia Prag, der bereits beim FCK gespielt hatte, bei seinem ersten Gastspiel in der Bundesliga. Falls Pinola nicht verteidigt, soll Hlousek Landsmann Pekhart mit Flanken bestücken. Und: Hlouseks erklärtes Ziel ist die Teilnahme an der EM 2012, keine kleine Motivation, sich umgehend auf dem Platz zu zeigen.
Es ist ein Kreuz(band)
Da der Spieler, der in der Liga die meisten Zweikämpfe gewinnt, im Sommer zur Werkself in Leverkusen wechselt, ist der Club auf der Suche nach Ersatz für Philipp Wollscheid. So kam Omar Gonzales, Teamkollege von David Beckham bei L.A. Galaxy, mit denen er in der abgelaufenen Saison Meister in der US-Liga holte. Ausgerechnet Timothy Chandler, mit dem Gonzales in der US-Nationalelf spielt, traf in der ersten Trainingseinheit Gonzales am Knie. Kreuzbandriss, sechs Monate Pause, kein Leihgeschäft. Ein bitterer Start ins Jahr, für den 1. FCN und noch viel mehr für Gonzales, beste Wünsche für die Genesung.
Balitsch angeschlagen
Angekommen hingegen ist, zumindest vertraglich, Hanno Balitsch, dessen Abschied in Leverkusen von atmosphärischen Störungen mit Trainer Dutt begleitet wurde. Bereits vor sieben Jahren war der Club schon einmal an Balitsch dran, jetzt hat es geklappt. Doch es ist wie verhext: Bei Balitsch ist ein nicht verheilter Muskelfaserriss aufgebrochen. Was erst einmal eine Pause auf unbestimmte Dauer bedeutet, statt einer direkten Verstärkung zum Rückrundenauftakt.
Wohl kein Systemwechsel mit der Patchwork-Mannschaft
Für Nilson, Pinola und wohl auch Frantz kommt das Heimspiel gegen Hertha ebenfalls zu früh, Klose ist mit einem Muskellfaserriss auf der Kippe, ebenso wie Chandler, der jedoch gegen Berlin sowieso noch gesperrt ist, ebenso wie Feulner. Dieter Hecking denkt anscheinend darüber nach, anders als in der Hinrunde gelegentlich ein 4-4-2 spielen zu lassen, so war zu lesen. Doch die angespannte Personaldecke macht diesem Vorhaben wohl bis auf weiteres einen Strich durch die Rechnung. Mal sehen, wie der Kader sich in den nächsten Tagen entwickelt.
Noch ein paar “Unbekannte”
Was an den üblichen Bäumchen-wechsel-dich-Spielchen dran ist, das werden die nächsten eineinhalb Wochen bis zum 31. Januar zeigen. Timmy Simons, der vom FC Brügge und dem RSC Anderlecht umworben wurde, jedenfalls hat erfreulicherweise bis 2014 verlängert. Was an dem Interesse für Pinola aus Argentinien ist, bleibt unklar. Ebenfalls im Raum stand eine Anfrage von 1860 München an Maroh, den Hecking verständlicherweise nicht ziehen lassen will. Der ausgeliehene Hegeler sollte schon in der Winterpause zurück zu Leverkusen, wird jedoch jetzt wohl erst zum Sommer umziehen. Und schließlich hieß es, der Club würde mit dem VfB Stuttgart tauschen, Chandler gegen Celozzi. Und als gäbe es nicht genug Unbekannte in der Gleichung war zu lesen, das Cohen, Eigler und Mak “Kandidaten für eine ernsthafte Unterredung gewesen seien”. Was auch immer das bedeutet. Wir sind jedenfalls gespannt, wie das Team aus der Winterpause kommt.















