24.01.2012

Zum tausendsten ein Heimsieg

“Keinen schönen Fußball” hatte Dieter Hecking gesehen, allerdings: “Noch 16-mal das Gleiche, und dann haben wir unser Ziel erreicht.”

Und so wie Thorsten Fink nach der Niederlage des Club in Hamburg darauf hinwies, dass Fußball ein Ergebnissport sei, so sei daran erinnert, dass schön spielen und trotzdem zu verlieren keine Option sein kann.

Die bange Frage: Wie geht es weiter?

Die Hinrunde in der Liga mit einem Auswärtssieg gegen Leverkusen abgeschlossen, anschließend gegen den Lokalrivalen zu Recht im DFB-Pokal ausgeschieden - es herrschte wieder einmal getrübte Freude bei den Franken. Schließlich eine Winterpause, in der Neuzugang Balitsch ausfiel und der als Ersatz für Philipp Wollscheid gedachte US-Amerikaner Omar Gonzales nach dem ersten Training kein Neuzugang wurde, sondern mit Kreuzbandriss ein Fall für den Arzt. Die Frage stand förmlich greifbar im Raum: Wie geht es weiter? Und dann hat der Club zum Start der Rückrunde das Beste aus einem grauen Nachmittag und einem grauen Spiel gemacht, nämlich gewonnen.

Kein selbstverständlicher Sieg

Wie immer fehlt rund ein halbes Dutzend Spieler, die in der Startelf hätten stehen können, so dass der Dreier keineswegs als selbstverständlich zu betrachten ist. Der Neuzugang Adam Hlousek vertritt Pinola, Jens Hegeler spielt rechts in der Abwehr, beide liefern ein mehr als ordentliches Spiel ab. Der Platz ein Acker, der Gegner eine Mannschaft, die gerade auswärts starke Auftritte in der Hinrunde gehabt hatte, glücklicherweise nicht jedoch an diesem Samstag. Bei den Berlinern fehlt Raffael, was sich bemerkbar macht, denn ansonsten wäre für Hertha nach der ersten Viertelstunde, nach der die Berliner anfangen, sich auf das Nürnberger Tor zuzuarbeiten, möglicherweise mehr drin gewesen. Bevor Schäfer in der 23. Minute einen Schuss von Niemeyer entschärfen muss, gibt es bereits zwei Aufreger: Ein Kopfball von Wollscheid rollt vom linken an den rechten Innenpfosten (Maroh stand allerdings im Abseits) und Didavi kann auf dem Weg zum Berliner Tor den Ball nicht im selbigen unterzubringen. Kobiashvili hätte hier als letzter Mann bei seinem Einsatz gegen Didavi mindestens gelb, eigentlich rot sehen müssen, denn Didavi wird klar nicht regelkonform ausgebremst und um seine Chance gebracht. Für den Trainer ein weiterer Moment in dieser Saison, mit den Entscheidungen der Unparteiischen zu hadern.

Pekharts hundertprozentige

Doch was in anderen Spielen spielentscheidend war, wird es heute nicht. Esswein, von Fans mit “Trinkbier”-Plakaten gefeiert, zieht in der 43. Minute nach innen und beherzt ab, Hubnik fälscht noch leicht und damit für Kraft unhaltbar ab, 1:0 zur Pause. Ein besseres Timing wäre nicht denkbar gewesen. Was Hecking in der zweiten Hälfte von Pekhart zu sehen bekommt, wird ihn allerdings nicht gefreut haben. Der Tscheche steht nach einer schönen schnellen Kombination im Sechzehner frei vor dem Tor und schafft es nicht, an Kraft vorbeizuschießen. Eine hunderprozentige. Und wer die nicht macht, wird meist bestraft, doch diesmal fightet Cohen in der 67. Minute wie ein Löwe auf der Linie und wehrt erst einen platzierten Kopfball und dann den Nachschuss von Niemeyer ab. Anschließend spielt der Club wieder einmal einen Konter nicht sauber zu ende, doch dann zieht Hlousek in der 84. einen Freistoß direkt vor das Tor. Der Ball fliegt an Freund und Feind vorbei und landet bei Maroh, der nur noch den Fuß hinhalten muss.

Ein kleiner Schritt zurück zu alter Stärke

Der Club ist durch. Daran ändert auch Hubniks Heber nichts, der eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit Schäfers Tor nur knapp verfehlt. Dass Per Nilsson und Mike Frantz in der 90. Minute eingewechselt werden, spielt eigentlich keine Rolle mehr, als Signal wiegt der Minimal-Einsatz der beiden Rückkehrer um so schwerer. Die Mannschaft wächst zusammen und die Verletzten kommen Schritt für Schritt zurück in den Kader. Trainer, Team und Fans wird es freuen.